Es ist der 13. Juli 2004. Das Wasser ist umgeleitet. Es fließt nicht mehr über den Mühlengraben um seine Kraft zu entfesseln, sondern springt in seinem natürlichen Bachbett gemächlich von Stein zu Stein.
Ein paar Handwerker erscheinen. Das Zischen von Gas ist zu hören. Eine helle Flamme sticht lodernd aus einem Brenner. Ketten klirren und schlingen sich um das Rad. Kurze Zeit später trifft die heiße
Flamme die Welle des Waserrades. Funken stieben und das Rad hängt an der Kette. Am Haken eines Mobilkranes.
Schläuche werden ausgerollt. Ein Motor heult auf und komprimierte Luft entfesselt Ihre Kraft. Ein Presslufthammer zerteilt unter lautem , ohrenbetäubenden Getöse die alten Sandsteinquarder. Sandsteine,
vor vielen Jahren in mühsamer, händischer Arbeit in die Erde gefügt, zerfallen durch die Kraft der Pressluft in kleine Brocken.
Einen weitern Tag später... Die Stützwände aus Aluminium werden entfernt. Eine graue und glatte Betonwand schmiegt sich an die alten Sandsteiquarder, hält diese an ihrem Platz. Das Fundament für das
äussere Lager ist gegossen.
Am 31. Juli 2004 wird auch der innere Lagersitz betoniert. Nun kann die neue Welle mit den Lagern kommen.
Das alte Rad liegt trocken in der Morgendämmerung und harrt seines Schicksals. Da wird der alte Kähner, das schützende Dach, angehoben und die ersten Strahlen der Sonne beleuchten die Szene.
Ein kurzes Zittern. Ein Ruck. Das Rad schwebt frei über dem Unterwasser. Motorengeräusche, kurze Komandos und es erhebt sich über seinen angestammten Platz. Immer höher zerrt die Kette das Rad mit
gewaltiger Kraft . Es schwebt über dem Wassserbau hinaus. Hinaus in eine “noch” ungewisse Zukunft.
Metallische und hölzerne Streben halten die mächtigen Sandsteinquarder an ihrem Platz.Wände aus Aluminium werden errichtet. In den Spalt zwischen den Quardern und der Aluminiumwand wird Eisen eingebracht.
Ein eisernes Skelett füllt den Hohlraum. Da, ein Rauschen und klappern ist zu hören und schon rinnt flüssiger Stein in den Spalt. Vertreibt die Luft aus dem Hohlraum und umschließt das Eisenskelett..
Noch ruht in der 1,2 Meter dicken Hauswand das alte Lager mit dem verbliebenen Wellenstumpf und der daran befestigten Riemenscheibe.