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Einbau WR
Kähner
Kähner

Das Rad hängt nun im Wasserbau. Doch noch ist kein Kähner (Zulaufgerinne) in Sicht. Wie soll er aussehen, wie funktionieren?
Peter und ich diskutieren die Möglichkeiten nun schon einige Wochen ... Zwischenzeitlich necken mich Freunde und Kollegen ”Na, wann ist es denn endlich so weit?”, “Läuft’s Rad schon?”.

Die Herausforderung beim Kähner besteht einerseits darin, daß das Wasser zum Abstellen des Rades nicht an diesem vorbeigeleitet werden kann. Auch ein Wehr zum Schließen des Oberwasserzuflußes ist nicht möglich.
Zum Anderen bin ich am Grübeln, in welcher Höhe ich den Kähner über das Rad führe und wo dieser enden soll, damit die Schaufeln bestmöglich befüllt werden ...

Schließlich entschieße ich mich für eine dreiteilige Ausführung. Diese sieht folgender- maßen aus:
In Fließrichtung gesehen wird das Wasser durch einen “Trichter” auf einer Breite von rund 1,4 Metern zusammengeführt. Der trichterförmige Teil hat dabei ca. 5% Gefälle um einen Rückstau im Oberwasser zu verhindern.
Unter diesem, fest montierten Teilstück gleitet ein, in Fließrichtung verschiebbares, Zwischenstück. Dies kann um insgesamt 1,2 Meter verschoben werden. Dadurch kann die optimale Länge des Gerinnes in Abhängigkeit vom Wasserangebot variiert werden. In seiner äußersten Position ragt dieses verschiebbare Teilstück über ein drittes, fest montiertes Gerinne.
Das dritte Gerinneteil kragt seinerseits wieder weit über das Rad hinaus und leitet das Wasser somit über das Wasserrad hinweg. Damit ist ein Abstellen des Rades für Wartungs- und Reparaturzwecke möglich.

Die gewählte Ausführung bietet zudem - wie beschrieben - die Möglichkeit den Kähner auf die Wassermenge abzustimmen. Hierzu soll der Kähner mittels eines automatischen Antriebs abhängig vom Wasserstand verstellt werden.

Die Erfassung des Wasserstands über einen Wasserstands-Sensor wird in der Steuerung ausgewertet und die Steuerung sorgt dann für eine Verschiebung des Kähners in seine “beste” Position (Details hierzu siehe “Theorie”).

Die Konstruktion, die Ausführung (verzinktes Blech oder lackiert), die Bewertung des Verstellantriebes und dessen Auswahl zogen sich länger hin als gedacht.

Schließlich entschied ich mich für lackiertes, 3 mm Stahlblech und einen Kettenantrieb.

Der Winter war da und hielt die Baustelle - und das Rad fest umklammert.
Bei Temperaturen von minus 18° C hatte ich keine Lust mich auf den Einbau des inzwischen fertigen Kähners zu stürzen.

Am 30.04.2005 war es dann mal wieder so weit. Die Blechteile waren von Birgit und ihrem Team in den letzten Wochen geleasert und gekantet worden. Wolfgang und ich hatten die Einzelteile bearbeitet und ich hatte sie anschließend mit Rostschutz gestrichen und aus der Schlosserei in die Muggenmühle transportiert.

100-er U-Träger, auf denen der neue Kähner ruhen sollte, sowie andere U- und I-Träger hatte ich entrostet, grundiert und auf Länge geschnitten. Nun bereitete ich die Baustelle vor. Baudielen lagen auf den Trägern und waren mit Schraubzwingen befestigt. Den Mühlkanal abgestellt und eine Tauchpumpe herbeigeschafft um das Restwasser abzupumpen und die Baustelle trocken zu halten. Jetzt mußte nur noch das Wetter mitspielen ... denn wenn es regnen sollte, konnten wir nicht schweißen und die Montage würde buchstäblich ins Wasser fallen.

Wieder meinte es das Wetter gut mit uns. Auch die beiden kurzen Schauer sorgten  nur für kleine Unterbrechungen.

Mit Einbruch der Dämmerung konnten wir das erste Wasser über den neuen Kähner aufs Wasserrad leiten.

Das Klappern des Rades klang wie Musik in meinen Ohren. Herrlich!

Am nächsten Tag machte ich dann noch einige Film- und Tonaufnahmen.

Viel Spaß beim Reinschauen und Reinhören ...

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